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Ansprache 3.11.2017- Jubiläum 30 Jahre Frauenhaus

Sehr geehrte Damen und Herren,

Im folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick zu den Anfängen und der Entwicklung des Frauenhauses im Main-Taunus-Kreis.

Im August 1985 wurde der Verein Frauen helfen Frauen Main-Taunus Kreis in Hofheim Lorsbach gegründet mit dem Ziel Öffentlichkeit herzustellen über Gewalt gegen Frauen und im Main-Taunus Kreis ein Frauenhaus zu eröffnen.

Ein erster Schritt war 1986 die Eröffnung der Beratungsstelle, die heute in der Seilerbahn 2-4 angesiedelt ist.

Nach intensiver Öffentlichkeitsarbeit zum Thema häusliche Gewalt und Verhandlungen zur Anmietung eines Hauses wurde im Januar 1987 ein Mietvertrag  geschlossen.

Von März bis August fanden Umbaumaßnahmen statt und im September 1987 wurde das Frauenhaus mit 24 Plätzen eröffnet. Acht Zimmer standen den Frauen und ihren Kindern zur Verfügung.

Für unsere Arbeit hat das Land Hessen Rahmenrichtlinien erlassen. Auf dieser Grundlage erhielten wir Geld für Personal. Das war ein Anfang wenn auch nicht ausreichend.Wir sind auf den Main-Taunus-Kreis zugegangen und haben einen Vertrag erreicht,der drei Personalstellen und die Mieten für das Frauenhaus und die Beratungsstelle gesichert hat.    

Von Anfang an war es uns wichtig misshandelten Frauen und ihren Kindern mit der gleichen Aufmerksamkeit zu begegnen.

Kinder, die mit ihren Müttern ins Frauenhaus kommen sind immer auch Opfer von häuslicher Gewalt, auch wenn sie nicht immer unmittelbar selbst von der Gewalt betroffen sind. Oft mussten sie die Gewalthandlungen mitansehen oder hören.

Ziemlich bald  haben wir festgestellt, dass  für die pädagogische Arbeit mit den Kindern auch ein Ort geschaffen werden muss.

1992 wurde mit dem Umbau der Garage am Frauenhaus ein eigener Raum für die Arbeit mit den Kindern eingerichtet. Dort finden bis heute die wöchentlichen Kinderversammlungen, Gruppenangebote und gezielte Einzelarbeit statt.

1998 stellten wir fest, dass eine weitere Veränderung nötig wird. Bei Einzug wurde eine gebrauchte Schulküche mit vier Küchenzeilen übernommen. Nach dieser langen und extremen Beanspruchung war das Mobiliar marode und nicht mehr zu reparieren.

Deshalb wurde dieser Raum, der gleichzeitig einziger Gemeinschaftsraum der Frauen ist, neu eingerichtet. Mit einer Spendenaktion wurde drei Küchenzeilen in Eck- und T-Form umgestaltet und somit auch die Möglichkeit einer besseren Kommunikation geschaffen.

1999 wurde dann der „Bereitschaftsdienst“ installiert. Die Mitarbeiterinnen waren in Notfällen telefonisch Tag und Nacht erreichbar.Ein Jahr später übernahm der Kreis die Finanzierung des Bereitschaftsdienstes, der nun von eherenamtlich tätigen Vereinsfrauen geleistet wird, die dafür eine Aufwandsentschädigung erhalten.

In diesen ersten Jahren hatten viele Frauen zwei oder drei Kinder und die Aufteilung der Räume im Haus passte gut. Dann waren die Familien kleiner oder alleinstehende Frauen suchten Schutz und Unterkunft  bei uns.

Auf diese Situation haben wir reagiert, indem wir zwei Umbaumaßnahmen durchführten. Aus zwei großen Zimmern mit je vier Plätzen wurden vier kleine Zimmer, sodass jetzt zehn Frauen mit ihren Kindern im Haus leben.

Im Jahr 2007 gab es eine Besonderheit: bereits seit drei Jahren lebte eine Bewohnerin mit ihren beiden Kindern im Haus – Aufenthaltsprobleme, deshalb keine Wohnung. In Absprache mit den Main-Taunus Kreis (Landrat und Sozialamt) mietete der Verein eine Schutzwohnung an, die die Familie später auch übernehmen konnte.

In den kommenden Jahren hatten wir mit den jährlichen Spendenaktionen immer wieder Verbesserungen der Wohnverhältnisse für die Bewohnerinnen und ihre Kinder erreicht. So wurden die sanitären Einrichtungen komplett erneuert und alle 24 Betten ausgetauscht.

Für die Arbeit im Frauenhaus war dies immer eine große Herausforderung.  Der laufende Betrieb musste aufrecht erhalten werden.

Die zusätzlichen Kosten mussten über Spenden gedeckt werden. An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Spendern und Spenderinnen die dieses mit ermöglicht haben.

In diesen 30 Jahren ist das Frauenhaus fester Bestandteil der sozialen Institutionen im Kreis geworden. Dabei ist Zusammenarbeit mit  den Kooperationspartnern, den Arbeitskreisen und Netzwerken stetig gewachsen.

Unsere interkulturelle Kompetenz wurde schon immer abgefragt, aber jetzt ist es noch deutlich mehr geworden.

Das Gebäude das wir als Frauenhaus nutzen ist in die Jahre gekommen und  den Bedürfnissen nicht  mehr angemessen. Aus diesem Grund werden wir unser Konzept verändern.

Der  Verein wird zum Schutz für Frauen und Kindern Wohnungen anmieten, d.h. auch in den kommenden Jahren gibt es viel zu tun und es bleibt weiter spannend.